Meldung vom 29.02.2016

Installateure bekommen viele Tipps vom Fachmann

Mario Monteduro von der Buderus Thermotechnik GmbH (links stehend) war Referent bei der Installateurversammlung der Thüga Energie und gab viele Tipps über Neuerungen in der Gesetzgebung rund um das Thema Bauen und Heizen. Mit im Bild (von links) die beiden Energieberater der Thüga Energie, Kurt Pittelkow und Michael Kugler sowie Regiocenter-Leiter Karl Mohr. Bild: Susanne Gehrmann-Röhm

Über 100 Fachleute aus dem Installateur-Handwerk informierten sich bei einer Vortragsveranstaltung der Thüga Energie über Neuerungen in der Gesetzgebung. Dazu hatte die Thüga Energie, wie bereits in den Vorjahren, Mario Monteduro, Fachmann bei der Buderus Akademie, eingeladen. Er referierte über die neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) und das Labeling von Bestandsanlagen. Auch für Fragen zum Thema „Erneuerbare-Wärme-Gesetz“ (EWärmeG) stand Monteduro Rede und Antwort. Die Fachleute konnten beim Austausch aber auch viele Erfahrungen aus der Praxis beisteuern. 

Mit dieser seit Jahren etablierten Veranstaltung möchte die Thüga auch den Erfahrungsaustausch fördern. „Es gibt ja immer wieder Neuerungen und auch wir profitieren, wenn wir erfahren, was für das Handwerk wichtig ist“, sagte der Regiocenter-Leiter der Thüga Energie, Karl Mohr, der sich über das „volle Haus“ freute. Die Handwerker waren für den Austausch teilweise von weiter her angereist, denn das Einzugsgebiet der Thüga Energie erstreckt sich bis nach Pfullendorf und Salem. So wie Mehmet Patlar, Inhaber der Firma PMV Patlar aus Pfullendorf. „Ich interessiere mich für die Neuheiten sehr und möchte mich ständig weiterbilden“, sagt der Heizungsbauer. Für Werner Giolda ist Weiterbildung auch im Ruhestand ein Thema. „Ich war 33 Jahre als Gas- und Wasserinstallationsmeister bei den Singener Stadtwerken und möchte weiter auf dem Laufenden bleiben“, sagt der 76-Jährige aus Gottmadingen. 

Neue Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert 25 % weniger Primärenergie 

Bei der neuen EnEV 2016 gehe es in erster Linie um die Einsparung von CO2,begann Mario Monteduro seinen Vortrag. Die neue EnEV 2016, die zum 1. Januar 2016 in Kraft trat, gilt für Neubauten, die nun beim Jahres-Primärenergiebedarf gegenüber der EnEV aus dem Jahr 2014 einen um 25 Prozent niedrigeren Wert haben müssen. 

Auch bei KfW-Effizienzhäusern gibt es zum Frühjahr Änderungen. So wird zum 31. März 2016 die Förderung für KfW-70-Häuser, die bislang förderfähig waren, auslaufen, berichtete Monteduro. Nur noch KfW-55-Häuser, die nur 55 Prozent des Jahresenergiebedarfs eines vergleichbaren Neubaus nach EnEV 2014 haben, werden dann noch gefördert. Noch mehr Dämmung führe heutzutage nicht mehr zu mehr Energieeinsparung. Stattdessen seien Investitionen in die Anlagentechnik nötig und sinnvoll, ist Monteduro überzeugt. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung sei ein weiterer Schritt zu mehr Energieeffizienz. 

Bei Bestandsgebäuden gibt es eine Pflicht zur Nachrüstung von Heizkesseln mit einer Leistung zwischen 4 und 400 kW, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden. Ausnahmen gibt es hier zum einen bei Ein- oder Zweifamilienhäusern, deren Eigentümer diese bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben. Ausgenommen sind außerdem Niedrigtemperatur- oder Brennwertkessel, Feststoffkessel, direkt befeuerte Warmwasserbereiter und Einzelraumheizer. 

Neues Heizungslabel – verpflichtend für Neu- und Altgeräte 

Seit dem 1. Januar 2016 gibt es das neue Heizungslabel, oft auch Energieeffizienzlabel oder EU-Energielabel genannt. Es ist ein von der Europäischen Kommission eingeführtes Etikett, welches die Energieeffizienz von verschiedenen „energieverbrauchsrelevanten“ Geräten angibt. „Damit möchte man den Kesseltausch anschieben“, sagte Mario Monteduro. Derzeit gäbe es eine Sanierungsrate von 3 %. Ziel sei hier eine Erhöhung auf 3,7 %, was bei rund 20 Millionen Haushalten dann etwa 140.000 Wärmeerzeuger wären. Neben den Energieberatern sind auch Installateure berechtigt, das Label auszugeben. Schornsteinfeger müssen es ausgeben und bekommen dafür 8 Euro. 

Mario Monteduro zeigte den Zuhörern auf, wie man Effizienzklassen von Kesseln im Online-Rechner des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (bmwi) auf deren Webseite www.bmwi.de suchen kann. In diesem Jahr sind die Label für alle Anlagen ab dem Baujahr 1986 und älter noch freiwillig. Ab 2017 wird es dann für Geräte ab dem Baujahr 1991 und älter verpflichtend, ein Label anbringen zu lassen. 

Für Regiocenter-Leiter Karl Mohr von der Thüga Energie war die Veranstaltung ein großer Erfolg: „Wir haben viel positive Resonanz erhalten“, erklärt er. 

Text: Susanne Gehrmann-Röhm, freie Journalistin